Inoffizieller Unterricht

Unser Gastbruder hat mal wieder was von uns gelernt! Deutschen „slang“! on Facebook

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Zur Schule zu gehen wird wieder Alltag

Nachdem man 13 Jahre lang zur Schule gegangen ist, ist es nicht so eine große Umstellung wieder zur Schule zu gehen. Man gewöhnt sich wieder daran morgens früh aufzustehen und möglichst rechtzeitig da zu sein. Nur, dass man ab jetzt eben selbst unterrichtet.

Viel gibt es eigentlich zu den letzten 1,5 Wochen nicht zu sagen. Wir haben ziemlich wenig zu tun, müssen aber immer im Lehrerzimmer sein um bei Ausfällen einzuspringen. Bei einer unserer Spätabendlichen Aktionen haben wir jetzt auch mehr mit den Leuten von „Los zu Ghana“ zu tun bekommen. So haben wir dann auch mitbekommen, dass Peter, ein anderer deutscher Freiwilliger in unserem Alter, in der Bibliothek einer Montesorischule direkt gegenüber von unserer Schule in Tanoso arbeitet. Wir haben in unserer Schule zwar einen Raum für eine Bibliothek aber weder Regale noch Bücher. Also haben wir jetzt besprochen, dass wir Peter in seiner Bibliothek helfen um im Gegenzug eventuell einige Bücher, die zu viel sind, für unsere Bibliothek abzustauben. Also helfen wir ihm jetzt seit etwa einer Woche immer öfter die Bücher zu sortieren und zu entstauben. Zu der Bibliothek gehört auch ein Bücherraum der voller unsortierter, vollkommen verstaubter, dreckiger und teilweise ziemlich zerstörter Bücher ist. Hier sitze ich jetzt gerade und schreibe diesen Blogg.

          

Da am Samstag die Hochzeit von Bridget (unserer Gastschwester) anstand, sind Konrad und ich am Freitag nach der Schule in die Stadt gefahren um mit Wilson (unserem Gastbruder) Schuhe shoppen zu gehen, da wir keine zu einem Anzug passenden Schuhe hatten. Kurz bevor der Laden wegen des Regens geschlossen hat haben wir noch zwei Prachtexemplare erstehen können. Ich habe mir einen ziemlich hübschen Gucci-Fake für umgerechnet 22€ ergattert.

Die Hochzeit am Samstag war mehr laut als interessant weil der Gottesdienst auf Twi war und wir kein Wort verstanden haben. Es war aber trotzdem ganz lustig weil immer wieder Bandeinlagen im Programm waren und alle getanzt und gefeiert haben. Danach ging es dann noch bei uns zuhause weiter, allerdings nur noch mit etwa 80 Gästen im Garten, der Rest ist direkt nach der Kirche nachhause gegangen. Am Abend wurde dann noch getanzt und später sind Konrad und ich noch mit den anderen aus Denchemouso in eine Bar gegangen. Am Sonntag haben wir dann mal wieder gewaschen, was wir uns seit 1,5 Wochen schon vorgenommen haben und ich bin dann noch ins Internetcafe in der Uni gegangen um mit meiner Family zu Skypen. Am Dienstag hat sich dann rausgestellt, dass Peter Malaria hat und wir haben seitdem in Eigenregie ein bisschen im Bücherraum aufgeräumt.

Grüße, bis zum nächsten Mal, Jakob.

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09. 10. 2011 und schon 1,5 Monate da!

Dieser Blogg wird wohl eher einer von der kürzeren Sorte. Am Freitagabend haben wir uns mit den Leuten aus Denchemouso und nochmal 14 von der Organisation von Nico, „Los zu Ghana“. Wir saßen dann eine Zeit in der Bar und die meisten von Los zu Ghana sind dann noch nach Bantama, ein „Partyviertel“ in Kumasi, gegangen. Ich bin natürlich noch mitgegangen, die anderen sind aber dageblieben. Danach sind wir noch in zwei weitere Bars und dann erst gegen 4 Uhr nachhause gegangen wo ich dann bei Nico in seiner Organisation schlafen konnte. Hier übernachten einige der Freiwilligen von Los zu Ghana am Wochenende weil ihre Projekte teilweise etwas weiter von Kumasi entfernt sind. Wir waren dann erst so gegen 4:40 Uhr im Bett und um 7 Uhr haben die Nachbarn angefangen ganz laut Musik aufzudrehen, erst ghanaische Schnulzen und dann Michael Jackson, da bin ich dann aufgestanden und heimgegangen. Es war so gegen 8 Uhr, ich war aber schon wieder ziemlich fit und als ich zuhause ankam, haben wir erst mal noch einen Film geschaut und was gegessen. Um 12 Uhr sollten wir uns mit unserem Gastvater bei seinem College treffen, um mit ihm zum Schneider zu gehen und unsere Anzüge abzuholen. Nach langer Suche haben wir dann ein sharing-taxi genommen, weil wir kein Trotro gefunden haben. Kosten: 50 Cent pro Person. Geht ja. Dann mit unserem Gastbruder Wilson im Trotro zum Schneider gefahren um dort dann unseren Gastvater zu treffen und unsere Anzüge anzuprobieren. Mein Anzug gefällt mir wirklich sehr gut und ich bin immer noch echt froh das hier gemacht zu haben. Den Rest vom Tag habe ich damit verbracht meinen Schlaf nachzuholen, da ich nach dem Ausflug dann doch ziemlich fertig war. Am Abend sind wir dann wieder in die Stadt gefahren um uns mit den anderen aus Denchemouso zu treffen und Pizza essen zu gehen. Es war genauso gut wie beim letzten Mal und danach wollten wir noch in eine Bar. Sabine hat dann aber noch Geld gebraucht und als irgendjemand angehalten hat und gefragt hat wo wir hinwollen, hat er Sabine und mich mitgenommen und zu der nächsten Bank kutschiert. Praktisch war auch, dass ihm das nächste Restaurant gehört hat und wir im (laut Phillip) „urigen“ Garten ein Bier trinken konnten. Als es dann angefangen hat zu regnen haben wir beschlossen noch in einen Club zu gehen, wofür es eigentlich um 11 Uhr noch viel zu früh war. Das wussten wir zwar, haben unsere Bedenken wegen des aufziehenden Regens aber ignoriert. Das hätten wir nicht tun sollen, denn wir waren bis um 12 Uhr die einzigen Gäste in dem klimatisierten und demnach eiskalten Raum. Es war ganz lustig zu tanzen aber die Musik hat mich nicht ganz so überzeugt und Konrad war schon müde und so sind wir dann schon gegen 2 Uhr zuhause gewesen. Heute Morgen haben wir bis um 12 geschlafen und uns auch sonst, bis auf einmal kurz Wäsche waschen, einen Chilligen gemacht. Jetzt fängt es grade an zu Regnen und ich sollte mal meine Wäsche abhängen, Also bis demnächst! Gruß Jakob.

PS: Bilder folgen so gut das eben geht. Über meinen Handy Internetzugang zahle ich für Datenvolumen und Bilder hochzuladen ist da nicht grade billig, ich werde aber mal schauen was sich machen lässt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Unterricht mal von der anderen Seite

Seit Montag dieser Woche unterrichte ich jetzt selbst. Der ICT-Lehrer sitzt zwar meist mit drin und übernimmt manchmal, aber nur weil wir eigentlich zu viele ICT-Lehrer sind. Es ist wirklich komisch mal auf der anderen Seite des Lehrerpults zu stehen und zu versuchen den Schülern etwas beizubringen. Der Unterricht an sich ist nicht so Bombe, weil er sich meist darauf beschränkt, erst einmal einen einfachen Vorgang am Computer zu erklären, wie z. B. Text aus einer Website zu kopieren und dann in ein Word Dokument einzufügen. Dann wird das gesprochene Wort noch an die Tafel geschrieben und die Stunde ist fertig. Das hört sich zwar so an wie in Deutschland aber es ist noch weitaus primitiver, denn das was man an die Tafel schreibt sollte den genau gleichen Wortlaut haben wie die mündliche Erklärung weil die Schüler das Alles dann einfach auswendig lernen und bei Bedarf wiedergeben können müssen. In genau demselben Wortlaut versteht sich.

Es fällt mir schwer die alltäglichen Dinge die hier so passieren in Worte zu fassen oder manchmal sogar mich daran zu erinnern, obwohl es wahrscheinlich ziemlich irrwitzig klingen würde wenn man davon berichtet. Was allerdings wert ist erzählt zu werden sind unsere Essgewohnheiten in der Schule. Am Morgen kaufe ich mir aller meistens Ballfloat (oder Bofrot wie die das hier aussprechen, ich weiß langsam selber nicht mehr wie das eigentlich heißt…). Das ist ein Teig-Kloß, der auf der Straße frittiert wird und dann warm und sehr fettig für 10 – 30 Cent (je nach Größe) verkauft wird. Alternativ essen wir zuhause „bread`n´egg“, was, wie der Name schon sagt, Brot mit Ei ist. Das Ei wird in der Pfanne zusammen mit Zwiebeln, Tomaten und manchmal ein bisschen Grünzeug angebraten dann in ein Brot gesteckt und in den Sandwichmaker gesteckt und: fertig. Auf der Straße wird das Brot dann einfach auf das Ei gelegt und mit angebraten. Das kostet dann so um die 50 Cent. Mittags essen wir meist Orangen, Bananen und ein paar Kekse. Die Orangen isst man hier ganz komisch… Die Verkäuferin schält die Orangen bis auf die weiße Schale und schneidet dann oben eine kleine Kappe ab. Dann nimmt man die Orange zur Hand, hält den Mund an das Loch und drückt solange darauf herum bis der Saft rauskommt und saugt Orange leer. Schmeckt echt gut und für 10 – 15 Cent kann man da echt nicht wiederstehen. Die Bananen sind hier irgendwie kleiner als in Deutschland, dafür aber auch sehr viel geschmackvoller. Kokosnüsse gibt’s hier auch: man kann einfach zu einem Händler auf der Straße gehen der einem die Kokosnuss mit der Machete aufmacht, den Saft zu trinken gibt und wenn man fertig ist hackt er sie ganz auf und gibt einem die Kokosnuss in kleinen Stücken, wie eigentlich immer in einer Plastiktüte oder zwei, für etwa 25 Cent. Habe grade eine Pause gemacht und mir Bofrot, Bananen und Orangen geholt und rausgefunden, dass Bofrot zusammen mit Bananen ultimativ gut schmecken.

Am Mittwoch habe ich mich mit Nico in der Stadt verabredet und ihn dann auch irgendwann getroffen. Wir sind dann ein bisschen über den Markt gegangen, haben irgendwo Bonbons gefunden und jeder erst mal eine große Tüte gekauft. Irgendwann waren wir dann so fertig, dass wir uns nur noch irgendwo hinsetzen wollten und etwas essen. Wir haben ewig gebraucht bis wir was Passendes gefunden haben und wir mussten erst so einen Typen anquatschen. Der wollte uns natürlich erst mal zu einem europäisch wirkenden Restaurant führen, bis wir ihm dann klar machen konnten, dass wir auch mit „fried rice“ völlig zufrieden wären. Dan hat er uns zu einem ganz passablen Stand geführt, der Gebratenen Reis mit Möhren, Grünzeug und Hühnchen für 1,20€ verkauft hat. Als wir nicht mehr konnten kam der Typ wieder zu uns und wollte uns seine Bilder zeigen. Die Bilder die man hier sieht sind Ölbilder auf Leinwand und haben meist  ähnliche Motive, von Frauen die etwas Tragen, Kriegern, Musikern oder Rundhütten. Seine Bilder waren da keine Ausnahme, manche waren ganz schön, manche waren eher hässlich. Nico hat sich dann seine Nummer aufgeschrieben und wir sind zur Trotro Station gegangen. Da wir in verschiedene Richtungen mussten haben wir uns auf dem Markt getrennt und als ich nach langem Durchfragen endlich meine Trotro Station gefunden habe hat es angefangen zu schütten. Aber Sowas von! Die Schlange hat sich dann unter ein Dach verlagert und wurde dadurch schrecklich unübersichtlich. Als dann ein Trotro ankam, sind 20 Leute aufgesprungen und sind irgendwo in das Trotro reingesprungen, selbst durch die Fenster. Irgendwann hab ich dann mal wieder einen Platz irgendwo in der Schlange gefunden und als dann noch ein Trotro kam habe ich dann einen Platz bekommen. Leider war das Auto nicht eins von denen mit einem dichten Dach und überall hat es reingetropft. Lustig war auch als die Straße dann zum Fluss wurde. Wir kamen an einen unbefestigten Teil, also wie fast überall, und die Straße war abschüssig. Durch den Regen hat sich dann aber nicht nur ein Bach gebildet sondern ein richtiger Fluss, etwa drei Meter breit und ziemlich schnell. Die Autos sind trotzdem durchgefahren. Als ich dann in Tanoso ankam hat es schon wieder fast aufgehört zu regnen und ich bin fast trocken nach Hause gekommen. Zuhause war dann der ganze Garten überschwemmt und meine Schuhe wurden letztendlich doch noch nass.

Am Donnerstag hatte ich überhaupt keinen Unterricht. Ich hatte meinen Laptop dabei und hab dann den ganzen Tag im Lehrerzimmer „Stronghold Crusader“ gespielt bis der Akku leer war. Später wollte ich dann noch in der Universität im Internetcafe ein paar Bilder hochladen. Allerdings scheinen 30 Ghanaer den gleichen Plan gehabt zu haben und haben die Server ziemlich überlastet, sodass es keinen Spaß mehr gemacht hat zu surfen und schon die WordPress Seite hat schon 2 Minuten gebraucht um zu laden, da habe ich eingesehen, dass das mit dem Skypen und dem Bilder Hochladen wohl nichts wird. Konrad ging es seit Mittwoch nicht so gut und ich hab dann noch ein paar Orangen und so richtig leckere Kekse gekauft und wir haben eine Runde Computer gespielt und noch eine Folge Nikita geschaut. Dann hat es wieder so richtig angefangen zu schütten. Das Blöde am Regen in Kombination mit unserem Zimmer ist, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht und die Laptop Boxen können den Regen erstrecht nicht übertönen. Hinzu kam dann noch, dass, aufgrund des Gewitter, der Strom ausgefallen ist und wir im stockdunkeln saßen und keine Filme mehr schauen konnten. Als die Familie uns dann gerufen hat gab es im Wohnzimmer noch was zu essen: Haferbrei! Das war wirklich mal was anderes und hat uns den Abend doch noch versüßt. Richtig lustig wurde es dann als das Gewitter aufgehört hatte. Die Familie hat uns gerufen wir sollten uns mal was Komisches anschauen und uns beeilen. Das gab es noch nie, also ab in die Schuhe und rausgerannt. Als wir auf die Straße gekommen sind, sind wir nicht auf die Straße gekommen weil Letztere vollkommen überschwemmt war. Die Bilder, die hoffentlich noch kommen, hat Konrad gemacht und zeigen die Straße nach ein paar Minuten, also da wo es schon wieder besser war. Der nahegelegene Fluss war über die Ufer getreten weil die Leute hier all ihren Müll in den Fluss schmeißen und dann verstopft der schon mal. Ja ach, wer hätte das gedacht…!

Heute hatte ich eine lange Stunde und habe den Schülern was darüber beigebracht, Bilder aus dem Web runter zu laden und als erst die Hälfte der Stunde rum war kam ich etwas in Verlegenheit weil ich keine Ahnung hatte was ich sonst noch unterrichten soll. In der Zeit zwischen schreiben und abschreiben lassen kamen die ganze Zeit Schüler von einer anderen Klasse und meinten sie hätten jetzt ICT. Ich hab nur gemeint: „Ja ich auch! Was meint ihr was ich hier mache?“ Man sieht der Stundenplan ist noch nicht ganz ausgereift, besonders nicht, wenn der andere ICT Lehrer einfach in die Stadt geht. Dann habe ich noch eine kurze Wiederholung vom letzten Mal gemacht und dann noch erklärt wie man eine Webseite druckt (wie unnötig ist das denn?). Als mir nichts mehr einfiel weil sie die nächste Einheit im Lehrplan schon hatten, habe ich gefragt was sie denn so interessiert. Antwort: “FACEBOOK!“ na toll. Ok. Wer hat denn alles einen E-Mail Account? Fünf hatten einen. Und wie viele haben einen Internetzugang? Keiner hatte einen. Also habe ich kurz erklärt, dass man sich mit seinem Namen, seinem Geburtsdatum u. s. w. anmelden muss und dann noch einige Funktionen beschrieben. Dann ist mir eingefallen, dass eine Einheit zu Suchmaschinen noch ganz praktisch wäre und danach war der Unterricht auch schon vorbei. Gottseidank weil die Stunde war echt stressig. Seitdem sitze ich wieder im Lehrerzimmer und schreibe darüber weil ich noch nicht nachhause kann weil es wieder in schüttet wie blöde. Dann will ich wohl mal noch eine Runde zocken!

Gruß Jakob, bis bald.

 

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Endlich Schule!

Ich hätte wirklich nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich bin wirklich froh, dass die Schule jetzt endlich anfängt. Am Montag haben wir zwar noch nicht viel gemacht, ich hatte aber wenigstens mal ein paar Minuten Unterricht bevor dann das Staff-meeting angefangen hat. Dabei ging es dann nochmal darum welcher Lehrer welches Fach unterrichtet. Das überlegen die sich ja echt früh! Nun ja, ich werde jetzt auf jeden Fall ICT unterrichten. Am Dienstag hat der Unterricht dann angefangen, dergestalt, dass (höhöhö) ich hinten in der Klasse saß und dem Lehrer dabei zugeschaut habe wie er den Kindern etwas über Speichermedien erklärt hat oder es zumindest versucht hat. Er hat sich dann an Kleinigkeiten aufgehängt die Teenies nun wirklich nicht zu interessieren braucht, und ganz penibel auf Begriffe bestanden hat die dem Unterricht die nötige Länge verschafft haben. Denn wenn er einfach den Stoff durchgezogen hätte wäre der Unterricht nach 10 Minuten zu Ende gewesen. (Nein, nicht das was ihr denkt… Unterrichtsstoff!) Am Nachmittag sind Konrad und ich dann noch mit zu Eva gefahren um ihren neu gekauften Tisch aufzubauen. Dort angekommen haben wir die Idee aufgegeben ohne wirklich angefangen zu haben, es gab nämlich kein Werkzeug und wir waren zu unkreativ um uns eine Alternative Aufbaumethode einfallen zu lassen. Gottseidank gibt es in Deutschland IKEA! Nach einer Stunde Aufenthalt sind wir dann wieder nach Hause gegangen. Am Mittwoch kamen wir mal wieder etwas zu spät zur Schule weil es in Strömen geregnet hat, da kann man ja nicht aus dem Haus gehen! Ich habe in der Schule immer noch hospitiert, Konrad dagegen war gezwungen das erste Mal zu unterrichten und wurde etwas sehr unvorbereitet in die Klasse gesteckt. Es hat ihm scheinbar trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht, was man an seinem Strahlen über beide Ohren sehen konnte. Dann kann ich mich ja schon mal auf meinen ersten Unterricht freuen! Am Nachmittag ging es Konrad dann echt mies und er ist schon vorgegangen. Als ich nach meinem Unterricht dann Niemanden gefunden habe, weil Eva auch schon heimgegangen ist weil sie eine starke Erkältung hatte, bin ich dann auch einfach Heim gegangen. Der Donnerstag war dann doch etwas spektakulärer. Eva war immer noch krank und nach dem Unterricht, bzw. mitten IM Unterricht kam Wilson, unser Gastbruder in die Schule und hat uns abgeholt. Wir wollten in die Stadt gehen und Stoff für Anzüge kaufen! Also sind wir mit dem Trotro zu dem Laden gefahren wo auch Wilson den Stoff für seinen Anzug gekauft hat. Denn am 15. Oktober ist ja die Hochzeit von Bridget und dafür putzen sich natürlich Alle richtig raus. Als wir dann passende Stoffe gefunden haben, beide einen schweren schwarzen Stoff, sind wir zum Prempeh College gefahren. Dort unterrichtet unser Gastvater, Wilson geht da zur Schule und außerdem hat das College einen eigenen Schneider oder so. Ganz verstanden habe ich das auch nicht. Zu dem College gibt es noch zu sagen, dass es wohl das beste College von ganz Ghana ist, auf dem auch der letzte Präsident und die Hälfte des aktuellen Kabinetts gelernt hat. Der Schneider hat sein Handwerk wohl auch dort gelernt und deshalb kennt unser Gastvater ihn. Letztendlich war die Schneiderei ein ganz kleiner Laden, der Schneider wirkt aber wirklich so als verstünde er sein Handwerk. Er hat erst einmal Bilder von Anzügen angeschaut die so sind wie wir unsere haben wollten. Dann hat er sein Maßband rausgeholt und alle Maße genommen, sie sich gemerkt und sie dann auf unsere Stoffe geschrieben. Das war’s dann, wir konnten gehen und am Freitag nächste Woche können wir die fertigen Anzüge dann abholen. Insgesamt, Stoff inklusive, soll mein Anzug dann umgerechnet 60€ kosten, also ein echter Spottpreis für einen Maßanzug. Ich freu mich schon auf das Ergebnis!

Nachdem wir beim Schneider waren musste ich dann noch zur Universität in Tanoso. Hier haben wir nämlich jeden Donnerstag von 5 bis 5:30 Uhr eine kleine Radioshow. Wir gehen immer zu zweit oder zu dritt zu der Radiostation auf dem Campus und unterrichten ein bisschen Deutsch übers Radio und spielen ein oder zwei deutsche Songs (Denyo und Damion Davis waren unsere Wahl). Dennis und ich haben den Studenten und allen anderen Zuhörern die Wochentage und die Monate ein bisschen näher gebracht. Danach war ich dann noch kurz im Internetcafe der Uni, was ziemlich schnell ist.

Am Freitag sind wir nach der Schule direkt nachhause gegangen und haben unsere Sachen gepackt, denn am Samstag war die Hochzeit von „Zark“, dem Headmaster der Schule unserer Organisation. Die Hochzeit war aber in Koforidua, weshalb wir in Denchemouso übernachtet haben, um am Morgen ganz früh loszukommen. Wir sollten am Morgen so gegen 5:30 Uhr losfahren, also haben wir uns einen Wecker auf 10 vor 5 gestellt. Morgens um 5 vor 5 hat dann die eine Lehrerin angerufen, dass wir doch schon um 5 fahren. Na toll… Also ich ohne eine Dusche losgehetzt und dann doch noch bis um 6 Uhr gewartet, bis dann Alle da waren. Schlechte-Laune-Pegel schon mal um einiges gestiegen. Der ist dann auch die ganze Fahrt nicht mehr gesunken. Mir war echt ziemlich schlecht, ich hatte nicht gefrühstückt, musste aufs Klo und die Fahrt ging 4,5 Stunden durch das eine oder andere Schlagloch. Dort angekommen, erst mal eine halbe Tüte Kekse gefrühstückt, dann die anderen schon in der Kirche gefunden, festgestellt, dass es schon die Trauung war zu der wir wollten und demnach schon mal ein halbe Stunde rum. Der Rest war vielleicht ganz interessant wenn man Twi spricht, ich spreche aber kein Twi, also war es nicht sonderlich interessant, viel interessanter war mein Kampf gegen den Hustenreiz und wer aufmerksam mitgelesen hat mag festgestellt habe, ich war immer noch nicht auf dem Klo. Also dem „Ich-bin –so-langsam-echt-genervt-Pegel“ beim Steigen zugeschaut und mich auf Twi zuschreien lassen, über riesen Boxen versteht sich. Danach habe ich dann an einem versteckten Eckchen meine Gelegenheit entdeckt und war gleich nicht mehr ganz so genervt. Dann war noch eine nicht kirchliche Zeremonie vorgesehen, ganz europäisch, mit Torte anschneiden, Rede und Champagner. Dann gab es auch endlich mal was zu essen, ein kleines Gebäckteil mit Saft. Mit gehobener Laune dem Paar gratuliert und dann noch Jollof Reis abgestaubt, ein scharf angebratener Reis, das Hühnchen wollte ich allerding irgendwie nicht essen, da es mir schon seit Freitag magentechnisch nicht so gut ging. Auf dem Rückweg sind wir dann zwei Stunden im Stau gestanden, weil ein Bagger auf der Straße stand und sich um ein Schlammloch gekümmert hat, in dem wir auf dem Hinweg schon einen umgekippten LKW gesehen haben. Um 9:30 Uhr in Denchemouso angekommen haben wir dann unseren nächsten Schock erlebt. Der Raum von den Jungs war komplett überflutet. Am Morgen hat das Wasser nicht funktioniert, deshalb muss irgendjemand das Wasser für den Spülkasten angemacht aber nicht wieder ausgemacht haben weil ja nichts kam. Über den Tag hat das Wasser dann wieder funktioniert und hat das ganze Zimmer geflutet. Na toll. Also haben wir versucht mit Besen und Handtüchern das Wasser aus dem Zimmer zu kehren und zu wischen. Allerdings wurde es dann irgendwann wirklich spät und Konrad und ich haben die Jungs alleine gelassen. Nach einem kleinen Umweg durch halb Tanoso haben wir dann noch Nico in einer Bar getroffen und waren so gegen 0:30 Uhr zuhause. Heute, am Sonntag, musste ich dann um 7:30 Uhr aufs Klo. Das hört sich nicht nach einem Problem an, es ist aber schon nervig sich um halb 8 anzuziehen, in den Garten zu gehen, Wasser zu holen und dann festzustellen, dass man kein Klopapier mehr hat und auch noch zum Laden an der Straße gehen kann, um welches zu kaufen. Danach habe ich mich erst mal wieder hingelegt. Um 10 Uhr bin ich dann aufgestanden um ein paar Hosen und Hemden zu waschen. Sonst haben wir heute eigentlich nur gechillt und ich habe diesen schon wieder viel zu langen Blogg geschrieben und wir werden jetzt wohl noch eine Folge Leverage schauen und dann ins Bett gehen.

Gute Nacht, Grüße aus Ghana von Jakob!

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Chillen in der Schule und Party am WE

Am Montag sind wir wieder zur Schule gegangen, in der Hoffnung vielleicht mal Unterricht zu sehen: Fehlanzeige! Es wurde weiterhin nichts gemacht, bzw. das neue Schulgebäude wurde eingerichtet und wir sind weiter im „Staffroom“ rumgesessen. Dieser besteht aus einem Tisch und so vielen Stühlen wie man will, unter einem ausladenden Baum. Also mit Airconditioning, wie man uns stolz erzählt hat, mit sarkastischem Unterton. Apropos Sarkasmus: Man muss in Ghana wirklich vorsichtig sein was man sagt. Sarkasmus wird nämlich nur von gebildeteren Menschen verstanden und so kann man echt in unbequemen Situationen landen, wenn man nicht bemerkt, dass der andere den Witz dabei nicht verstanden hat. Deshalb waren wir echt über den Witz erstaunt, den sie gemacht haben.

Die ganze Woche war dann eigentlich keine Schule, obwohl man uns Tag für Tag wieder versprochen hat: Ja… Morgen wird dann Unterricht sien. Glaube ich. Naja, daraus ist bisher nichts geworden. Am Freitag war dann noch ein Treffen mit etwa 200 Eltern und einigen Lehrern in der nahegelegenen Kirche. Über Mikrophone wurde laut auf Twi über das neue Schulgebäude gestritten. Irgendwann haben wir dann rausgefunden, dass es darum ging, dass die Eltern wollten, dass die Fenster vergittert werden, die Lehrer aber gemeint haben, dafür gäbe es kein Geld. So hat dann ein hitziger Streit angefangen und da wir davon aber nichts verstanden haben sind wir irgendwann gegangen und noch zu Eva gegangen wo wir bei ihrer Gastfamilie versucht haben ihren neuen Schreibtisch aufzubauen, haben aber eigentlich ziemlich schnell aufgegeben.

Am Abend habe ich mich dann mit Nico getroffen. Es war wirklich lustig einen so langjährigen Klassenkameraden ausgerechnet in Ghana wiederzutreffen und mit ihm hier auszugehen. Wir sind dann so von Bar zu Bar gezogen und haben noch ein Paar Leute von Nicos Organisation getroffen. Ich bin dann so gegen 1:30 Uhr mit den Leuten aus Denchemouso zu ihnen gefahren und habe dort übernachtet. Den nächsten Tag habe ich dann halb in Denchemouso mit Chillen verbracht und den Rest damit, Nico eine Ersatzhose zu bringen und mir noch ein paar Staffeln von „Lie to me“ anzuschauen. Am Abend sind wir dann wieder in die Stadt gefahren um etwas ganz tolles zu erleben: PIZZA ESSEN!!! Das Essen hier gefällt mir zwar wirklich gut, aber es war dann doch mal wieder schön eine Abwechslung zu Reis, Fufu, Plantenen, Yam und Ballfloat zu bekommen war doch echt mal wieder toll. Auch wenn die Pizza jetzt nicht die Tollste war, hat sie doch das getan was sie sollte: Abwechlung. Danach sind wir noch kurz in eine Bar ind er Stadt gefahren, Nico und ich sind aber nur kurz geblieben weil wir noch müde vom Vorabend waren. Also sind wir zu ihm in das Office von „Los zu Ghana“, seiner Organisation gefahren und ich konnte da pennen. Also ein gechillter Abend. Am nächsten Morgen habe ich dann leider die Hose vergessen die ich ihm ja geliehen hatte. Blöd von mir. Jetzt ist es doch schon später Abend in Ghana, also 7:15 Uhr… Es ist schon länger dunkel und kurze Zeit war es wirklich sehr dunkel, weil die Gastfamilie die Stromrechnung, die scheinbar über Prepaid abgerechnet wird, scheinbar nicht bezahlt haben, oder das Prepaidkonto war leer oder was weiß ich was. Auf jeden Fall ging der Strom irgendwann nicht mehr und wír saßen im Dunkeln. So habe ich dann angefangen auf meinem Netbook meinen Blogg zu schreiben. Mittlerweile hat es wieder Licht. Und Apropos Prepaid: Ich habe jetzt endlich einen Weg gefunden über mein Prepaid-Handy und Bluetooth mit meinem Netbook ins Internet zu kommen.

Es gibt noch eine schlechte Nachricht, letztes Wochenende hat der Erste, Dennis, Malaria bekommen. Es geht ihm wieder gut, aber unsere Wette besagte, dass der Erste der Malaria bekommt, von jedem Freiwilligen einen Drink gezahlt bekommt. Dieser Kelch ist also an mir vorübergegangen. Im wahrsten Sinne des Wortes! 😉 \_/

Ich werde jetzt wohl mal noch eine Folge von irgendeiner Serie schauen und dann ins Bett gehen um mich auf meinen Unterricht morgen vorzubereiten, der uns von den Lehrern versprochen wurde, körperlich vorzubereiten. Wer’s glaubt…

Bis zum nächsten Mal, Jakob.

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Die Verlobung

Heute, am Samstag den 17. ist die Verlobung von der ältesten Tochter und wir wurden als Familienmitglieder natürlich in alle Vorbereitungen eingespannt. Das beinhaltete auch das Renovieren des Hauses. Wir haben also hauptsächlich gestrichen, während die anderen betonierten, putzten und für insgesamt 200 erwartete Gäste kochten. Dafür wurde eine Ziege und einige Hühner geschlachtet man hat uns natürlich angeboten uns die Besten Stücke rauszusuchen. Woher soll ich denn wissen was die Besten sind??? Mir geht es heute zum ersten mal nicht so gut, ich habe Bauchschmerzen und mir ist etwas schlecht, ich kann also von dem riesen Festmal nichts essen und werde die Verlobung wohl auch nicht in vollen Zügen genießen können. Na toll. Wir haben jetzt 10 vor 10 und eigentlich soll die Verlobung um 10:30 Uhr anfangen, alles ist aber noch auf Vorbereiten aus und alle sind etwas im Stress. Wir sitzen zu zweit im Zimmer, haben uns sinnlose Amiserien auf deutsch angeschaut und fühlen uns beide nicht wirklich fit. Konrad ist noch ein bisschen krank von Anfang dieser Woche. Unser einziger Trost: wir haben endlich Klopapier gekauft!
Jetzt ist es 10:45, wir waren gerade Coke, Sprite und Fanta kaufen und mir geht es wirklich nicht so toll nach dem Kistentragen. Es sind so etwa 30 Gäste da die einfach auf den Plastikstühlen unter den Partyzelten sitzen und warten. Für Ghanaer eine der Hauptbeschäftigungen wie mir scheint, man muss nämlich sehr viel warten, die ganze Zeit und auf Alles, selbst auf eine Verlobung.
11:00 Uhr und Konrads Bemerkung: „Hier geht’s wirklich ab!“ So könnte man das bezeichnen. Es wird immernoch gekocht wie wild und alle scheinen gut drauf zu sein und unterhalten sich rund ums und im Haus lautstark auf Twi. Es verspricht interessant zu werden.
Es ist gerade 8:00 Uhr am Sonntag. Ich kann seit 7:15 Uhr nicht mehr schlafen und so dachte ich: „Blogg schreiben…“ Von der Verlobung an sich habe ich nichts verstanden weil sie auf Twi war, es war aber trotzdem spannend die ganzen Rituale mitzubekommen. Das lustigste war noch der Gesichtsausdruck des Bräutigams als er seine Zukünftige voll aufgestylt gesehen hat und seinen Mund nicht mehr zubekommen hat… haha! Die Verlobung hat drinnen mit nur den Ältesten und uns als Fotografen stattgefunden. Es wurde aber alles per Mikro und riesen Boxen in den Garten zu den wartendne Gästen auf ihren vielen Plastikstühlen übertragen. Das coolste Ritual fande ich, als das Brautpaar unter einem Bogen aus Luftballons stand und jeder der wollte konnte einen Cedi (also etwa 50Cent) in einen Topf werden und einen Luftballon zerstechen. So kamen dann etwa 100 Cedi zusammen, alle hatten Spaß beim zerstechen der Luftballons, wir inbegriffen, und das BRautpaar hat 100 Cedi. Das ist hier natürlich sehr viel mehr als in Deutschland 50 Euro.
2 Stunden nach der Verlobung war dann praktisch nichts mehr los. Als wir von einer weiteren Folge unserer Seire rausgekommensind, sind fast alle schon gegangen und es wurde schon abgebaut. Die Jugend hat die Gunst der Stunde genutzt, die Boxen voll aufgedreht, ihre eigene Musik gespielt, die eigentlich die ganze zeit schon kam, Highlife, und hat im Garten getanzt. Ein schöner Ausklang für eine schöne Party und alle waren Überglücklich.
Der einzige Nachteil der Party, der improvisierte Kühlschrank, bestehend aus einer blauen Tonne und Icepacks, stand in unserem Zimmer und jetzt sieht’s hier aus wie Dresden ’45… Naja, es ist 8:30 Uhr Nico Grasreiber/Kreut hat mir gestern geschrieben und den will ich heute noch treffen, er ist nämlich auch in Tanoso untergebracht und wird hier auch für 4 Monate arbeiten. Deshalb werde ich jetzt wohl mal einen Eimer holen und duschen gehen. Nein, wir haben kein fließend Wasser. Schade drum aber man gewöhnt sich dran.
Bis zum nächsten Mal, Jakob.

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Die erste „Schulwoche“

Am Dienstag war nun der erste Schultag. Konrad ging es nicht so gut und so musste ich alleine gehen. Aber es schien niicht so als ob es irgendjemand eilig hätte loszukommen. Um 9 Uhr bin ich erst mit der Gastmutter zur Schule gegangen, denn sie arbeitet auch dort. Als wir dort ankamen waren die Kinder dabei Fußball zu spielen und Blödsinn zu machen. Die Lehrer kümmerten sich darum, dass das Schulhaus saubergemacht wurde und andere erlefigten die Anmeldung neuer Schüler. Dort habe ich dann auch Eva getroffen die wirklich um 7:30 Uhr da war. Irgendwann sind wir dann einfach gegangen, nachdem wir natürlich noch ganz vielen Lehrern vorgestellt worden sind. Einer der Lehrer wollte eine Liste mit unseren Namen haben, wir haben sie ihm gegeben und er hat sie natürlich verloren und wir konnten die Namen nochmal aufschreiben. Hätte ja auch bei uns in Deutschland passieren können, aber man denkt sich trotzdem: „typisch Ghana…“ Wir wurden unter anderem auch dem obersten Direktor aller öffentlichen Schulen oder sowas vorgestellt, der uns hundertmal begrüßt und in Ghana, Tanoso, willkommen geheißen hat. So lief das jetzt schon die ganze Woche. Naja, eigentlich. Mehr erfahrt ihr im nächsten Blogg!

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Sonntag: Das heisst in Ghana Kirche!

Wir, Konrad und ich, haben uns vorgenommen an diesem Sontag, den 11. Sept. zum ersten mal in einen ghanaischen Gottesdienst zu gehen. Erst wollten wir mit den jüngeren Töchtern in den Gottesdienst auf englisch gehen, dann hat uns Bridget aber überredet mit ihr in den Gottesdienst auf Twi zu gehen, der angeblich 3 Stunden geht. Bridget ist mit 26 Jahren die älteste Tochter und wird bald heiraten. Heute war also „childrens day“ und das ist anscheinend nur einmal im Jahr. Na dann. Der Gottesdienst sollte um 9 Uhr anfangen, mein iPod ging allerdings zwei Stunden nach, weswegen wir ziemlich verschlafen haben. Also schnell essen und feststellen, dass es doch wirklich schon 9:40 Uhr ist. Uuuups! Naja. Das schien auch irgendwie Niemanden so wirklich zu stören. Es wurde eifrig für uns gebügelt und dann konnten wir auch los. Die Kirche war schon von weitem zu hören, lauter Gesang mit Musik von riesigen Boxen verstärkt kam uns entgegen. In der Kirche waren so etwa 300 Leute auf Plastikstühlen versammelt. Die Kirche selbst war eine schöne Betonhalle mit hohem Wellblechdach und offenen Fenstern, also sehr hell. Vorne auf der Bühne standen kleine Kinder und sangen und führten ein kleines Theaterstück auf. Alles auf Twi natürlich. Trotzdem war es sehr interessant. Allerding hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass das hier wirklich eine Kirche ist wenn nicht vorne ein Banner mit einem christlichen Spruch gehangen hätte. Es wahr so laut, dass man nur schwer das eigene Wort verstehen konnte (wie gesagt, die Boxen..) aber es unterhielten sich trotzdem ganz viele und viele standen auch auf gingen in der Gegend herum, gingen raus, kamen wieder rein usw. Irgendwann eröffnete Bridget uns, dass wir uns vor der versammelten Gemeinde als „First members“ vorstellen müssten. Ojemine… Naja. Dann wurden wir auch aufgerufen, Konrad hat kurz was zu uns und unserem Aufenthalt hier in Ghana gesagt und Bridget hat es dann für die Gemeinde auf Twi übersetzt. Wir wurden beide mit einem „Akwaba!“ (Willkommen!) der ganzenb Gemeinde begrüßt. Die Stunden gingen so dahin es war garnicht so langweilig wie ich mir das vorgestellt hatte und draußen die Kidner waren wie immer davon begeistert zwei „Obronis“, zwei Weisse zu sehen.
Jetzt sind wir wieder zuhause und werden vielleicht nochmal nach Denchemouso zu den anderen gehen. Ich will eigentlich noch zur Uni und diesen Bericht hochladen, mal schauen was daraus wird.

Gruß Jakob!

 

PS: Wie´s aussieht hab ich es in die Uni geschafft. 😉

 

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Die ersten Wochen

Wir sind jetzt schon 2 Wochen in Ghana und ich habe beschlossen, dass es nun wirklich an der Zeit ist meinen ersten Bloggeintrag zu schreiben. Wir sind also am 27. September in Accra am Abend zu neunt angekommen. Dort haben wir im Headquarter der Organisation von zwei Freiwilligen in Accra (Volu) übernachtet und sind dann früh morgens mit dem Bus zu acht (Sabrina, eine Freiwillige die nach sechs Monaten wieder in Deutschland ist, hat uns netterweise in Accra abgeholt) nach Kumasi gefahren. Von dort aus sind wir dann weiter nach Denchemouso gefahren, wo die „German-Ghanaen School“ des „Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises“ ist, wo vier weitere Freiwillige arbeiten werden. In Denchemouso haben wir dann Jessica getroffen, die Schatzmeisterin des Freundschaftskreises. Mit ihr sind Konrad und ich am Abend zu unserer Gastfamilie gefahren. Dort gab es dann eine traditionelle Willkommenszeremonie mit dem Leiter der Schule in Denchemouso. Wir wurden den vielen Familienmitgliedern vorgestellt (es fällt mir immernoch schwer sie alle auseinander zu halten…) und sollten etwas über uns sagen und unseren Aufenthalt, den Grund unseres Kommens usw. Das Haus ist wirklich toll und wir haben hier ein schönes Zimmer, leider NOCH ohne Ventilator, der aber eigentlich bald kommen soll. Seitdem haben wir die Zeit genutzt um uns hier ein bisschen einzuleben die Bars zu sichten, das Bier zu probieren und in einen Club zu gehen, was mit zwei weißen Mädels keine gute Idee ist, wenn es so voll ist wie es war.

Am Donnerstag hatten wir dann noch ein treffen mit unserer Schulleiterin die uns die Schule gezeigt in der Konrad, Eva und ich ab dem 13. Sept. arbeiten werden. Die Schule ist eine der wenigen öffentlichen Schulen und deshalb kommen nur die Schüler her die, laut Schulleiterin, zu schlecht für eine Privatschule sind. Na toll. Außerdem sind in einer Klasse bis zu 70 Schüler. Na toll Nummer 2. 70 Schüler die nichts können… Wir werden ja sehen wie es werden wird.

Der „Central Market“

Am… ähm… Ich weiß nicht mehr wann aber auch egal. Muss ja irgendwann zwischen Montag und Freitag gewesen sein. Zumindest sind wir an jenem unbekannten Datum auf den Central Market in Kumasi gegangen. Es ist der größte Markt Westafrikas, was man sich zwar vorstellen kann aber man kann ja sowieso nicht alles sehen also kann ich die Größe nicht wirklich begreifen. Wir waren insgesamt neun Leute mit Jessica und Sabrina zusammen und haben uns an hunderttausend anderen Leuten vorbeidrücken müssen und haben so ziemlich Alles gesehen was man sich so vorstellen kann was ein Markt überhaupt anbieten kann. Um uns einen Überblick zu verschaffen waren wir auf einem Hausdach und konnten über den ganzen Markt schauen was wirklich unglaublich war. Danach waren wir so fertig, dass wir zuhause in Tanaso einfach zusammengebrochen sind und ein paar Stunden geschlafen haben. Trotzdem war es wirklich schön und wahnsinnig interessannt.

Dann haben wir mit Jessica, die das Land gut kennt, schon zwei kurze Reisen durchs ganze Land gemacht und immer wieder Leute kennen gelernt:

Tamale/Mole Nationalpark

Am Freitag den 2. Sept. sind wir 6 Stunden in den Norden, nach Tamale, gefahren. Zuvor wurden wir von unserer Gastfamilie noch darüber aufgeklärt was sie von diesen Moslems im Norden halten: Nicht soviel. 6 Stunden mit einem Bus der überfüllt und natürlich unglaublich unbequem, dafür aber mit umgerechnet 5€ sehr billig, über eine Schlaglochpiste zu fahren hat uns echt geschlaucht. In Tamale haben wir dann ein Hotel für 9€ das Zimmer für 2 Personnen gefunden, und sind noch in eine Bar gegangen und haben mit Freunden von Jessica ein Bier getrunken und nicht zu vergessen gaaanz laut „Highlife“ gehört, was in Ghana natürlich nie fehlt. Der eine Freund spielt bei FC Utricht in Holland als Profifussballer, googlet mal Jamal oder sowas… Von Tamale sind wir dann nochmal 5 Stunden mit einem Bus zum „Mole Nationalpark“ gefahren. Dort war dann alles etwas teurer, weil es nur ein Hotel gan und die es sich natürlich rausnehmen konnten mehr zu verlangen. Trotzdem war es wunderschön im Urwald gelegen und als wir am nächsten Morgen zu Fuß eine Safari gemacht haben, haben wir Elefanten gesehen(!!!) und natürlich viele Affen und auch ein paar kleine Wildschweine. Insgesamt war es wirklich schön in Mole und wir sind zwei Nächte geblieben und sind am nächsten Morgen um 4 Uhr morgens mit dem Bus zurück nach Tamale gefahren. Dort haben wir festgestellt, dass Jessica, die nicht mitgekommen ist, ziemlich krank war und eigentlich zu nichts mehr fähig war, es war aber kein Malaria und so war es am nächsten morgen besser. Die Jungs haben an dem Nachmittag noch einige Bilder auf beim „Cultural Center“ gekauft und dann haben wir eigentlich den Rest vom Tag wegen Jessicas Krankheit im Hotel verbracht. Um 5:15 Uhr sind wir dann aufgestanden um den ersten Bus zurück nach Kumasi zu nehmen. In Tanaso, dem Dorf wo Konrad und ich wohnen, haben wir dann noch ein paar Stunden „gechillt“ und sind dann wieder 20 Minuten nach Denchemouso gelaufen, um mit den anderen einen Film anzuschauen. Den nächsten Tag haben wir dann zur hälfte damit verbracht zu waschen. Mit der Hand dauern zwei Maschinen Wäsche schon mal so ihre 2 Stunden. Zu viert wohlgemerkt.

Koforidua

Am Abend sind wir dann wieder nach Denchemouso gefahren, weil unser Plan war, am nächsten morgen früh nach Koforidua zu fahren. Also sind wir um 6 Uhr morgens zur „Trotro“-Station nach Kumasi reingefahren, um mit eben einem von diesen Tro-Tros (ein Sammeltaxi), wieder einmal 4 Stunden lang vom einen Schlagloch zum anderen zu holpern. Nicht sonderlich angenehm aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles. Und es hat uns ja auch nur 4€ gekostet, Klimaanlage inklusive und, wie wir bald feststellen sollten GOTTSEIDANK, ohne Fernseher. Koforidua ist eine schöne, kleine am Berg gelegene Stadt die für ihre Beads bekannt ist. Beads sind Glasperlen die in und um Koforidua hergestellt werden. Die Ketten Armbänder und Ohrringe werden hier ebenfalls hergestellt und relativ billig auf einem ziemlich großen Markt verkauft, aber auch in die ganze Welt exportiert.

Am ersten Tag haben wir uns den Markt angeschaut und die Anderen haben sich an den Ständen ausgetobt und richtig viel eingekauft, ich habe mich auf zwei kleine Armbänder für jeweils nur 25 Cent beschränkt. Vorerst, denn wir haben schon beschlossen nochmal herzukommen. Am Abend sind die Anderen noch in eine Bar gegangen, mir ging es aber nicht so gut, ich hab es doch wirklich geschafft mich bei den Temperaturen zu erkälten, wahrscheinlich bei der Klimaanlage im Trotro. Am nächsten Tag sind wir dann früh morgens zu den Wasserfällen ein paar Kilometer von Koforidua entfernt gefahren. Wir haben uns dafür zwei Taxis gemietet die dann auch da auf uns gewartet haben. Wir haben auch noch eine kleine Wanderung auf einen Berg gemacht, von dem aus man eine schöne Aussicht auf das ganze Tal hat. Bei der Gelegenheit hat uns unser Führer auch noch eine Palme mit drei Stämmen gezeigt, was zwar nicht sonder lich spannend klingt aber trotzdem lustig aussieht. Die Wasserfälle sind wirklich schön und wir wurden ziemlich nass. Mehr lässt sich dazu schwer sagen. Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Stopp bei einer Beads-Manufaktur gemacht. Auf dem Markt hatte sie uns eingeladen doch einmal vorbeizukommen und als wir dann wirklich kamen hat sie uns auch wirklich alles erklärt und uns rumgeführt und natürlich haben die meisten nochmal etwas gekauft. Am Abend bin ich dann mit Sabine und Lea ein Bier trinken gegangen. Das war wirklich mal wieder typisch Ghana: Wir haben uns einfach auf dem Marktplatz ein paar Stühle genommen und uns um einen Plastiktisch gesetzt. Von einem Laden an der Straße kam gaaanz laut Musik, man konnte sich aber noch unterhalten. Kurz danach kommt ein Typ vorbei, will wissen was wir wollen und bringt kurz danach zwei bir und eine Coke in die improvisierte Bar. Bald kam dann auch der erste Typ der unbedingt mit uns reden wollte. Er war aber echt nett und wir verstanden uns ganz gut. Dann holte er seinen Freund mit dem er eigentlich da war, der traf dann wieder ein paar Leute und so mir-nichts-dir-nichts saßen wir mit 7 Ghanaern beim Bier und haben uns unterhalten. Die Mädels wurden sogar von dem einen bis zum nächsten Restaurant gefahren weil man meinte die öffentlichen Toiletten seien nicht gut genug für sie. Waren sie wahrscheinlich auch nicht, wenn das schon die Ghanaer selbst sagen!? Nunja, und als wir dann so um halb 12 zahlen wollten wurden wir von Erik (unserem neuen Freund) eingeladen und gingen zurück ins Hotel. Am nächsten morgen sind Lea und Sabine dann noch zu einer Kakaoplantage und zu noch eienm Berg gefahren, wir anderen sind zurück nach Kumasi gefahren. Diesmal war ein Fernseher im Trotro und wir haben unser Glück bei der Hinfahrt erst richtig begreifen können. Es Liefen grässliche ghanaische Filme.

Nun sitze ich wieder bei meiner Gastfamilie und bin um 9 Uhr endlich fertig zu schreiben. Also fast. Ich scheine soviel vergessen zu haben, aber ich glaube das gröbste ist gesagt.

Bis zum nächsten Mal, Jakob.

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